Festfadenköpfe haben keine Spule, keinen Tippknopf und keine Feder - nur einen geformten Kopf mit einer oder zwei Ösen, durch die ein vorgeschnittenes Fadenstück direkt hindurchgeführt wird. Genau diese Einfachheit macht den Reiz aus, aber sie ist auch der Grund, warum das Einfädeln oft unnötig verkompliziert wird und man am Ende einen Kopf hat, der den Faden verliert, vibriert oder gar nicht erst hält.
Für welche Köpfe diese Anleitung gilt
Diese Anleitung gilt für Festfaden-Köpfe (manchmal auch “Ösenköpfe” oder “Fertigfaden-Köpfe” genannt), bei denen einzelne Fadenlängen direkt durch geformte Löcher im Kopfgehäuse gefädelt werden - im Unterschied zu Tipp-Automatik- oder Vollautomatik-Köpfen, bei denen eine lange Fadenlänge auf eine interne Spule aufgewickelt wird. Wenn dein Kopf einen Tippknopf an der Unterseite oder eine Spule zum Aufwickeln hat, ist das hier nicht die richtige Anleitung - diese Mechanismen, ihre typischen Zuführfehler und das Nachspulen werden separat behandelt. Festfadenköpfe sind bei leichteren Motorsensen für den Hausgebrauch üblich und gerade bei Schrebergarten- und Kleingartenbesitzern beliebt, weil im Inneren nichts verschleißen kann.
Was du vor dem Start brauchst
- Faden mit dem passenden Durchmesser für deinen Kopf - schau auf das Kopfgehäuse oder in dein Handbuch; die meisten Festfadenköpfe für den Hausgebrauch sind für 2,0-2,7 mm ausgelegt, schwerere Geräte bis zu 3,5-4,0 mm.
- Ein Maßband oder ein vormarkiertes Fadenstück als Schablone.
- Seitenschneider oder eine kräftige Schere für einen sauberen, geraden Schnitt (ein ausgefranstes Ende lässt sich schwerer durch die Öse führen und nutzt sich schneller ab).
- Der Kopf sollte vom Schaft abgenommen oder zumindest gut zugänglich sein - manche Köpfe brauchen einen kleinen Arretierstift durch ein Sperrloch, damit sich der Kopf beim Arbeiten nicht mitdreht.
Sicherheit zuerst. Motor abstellen, den Schneidkopf vollständig zum Stillstand kommen lassen und den Zündkerzenstecker abziehen (beziehungsweise bei Akkugeräten den Akku entfernen), bevor du an die Ösen gehst. Ein Kopf, der aus Versehen antippt oder sich dreht, während deine Finger nahe an den Löchern sind, ist eine echte Verletzungsgefahr für die Finger, keine theoretische.
Schritt für Schritt: einen Festfadenkopf einfädeln
- Zwei gleich lange Fadenstücke zuschneiden. Die Länge hängt vom Kopf ab, aber 20-25 cm pro Seite sind bei kompakten Haushaltsköpfen typisch und ergeben nach dem Einbau und Zurechttrimmen einen passenden Schneidradius. Beide Stücke von derselben Rolle schneiden, damit Durchmesser und Steifigkeit exakt übereinstimmen.
- Beide Schnittenden gerade zuschneiden. Ein sauberer, gerader Schnitt lässt sich deutlich leichter durch die Öse führen als ein ausgefranstes oder schräges Ende und verringert die Gefahr, dass sich der Faden an der Innenkante der Öse verhakt.
- Das erste Fadenstück durch eine Öse führen, bis auf beiden Seiten ungefähr gleich viel heraussteht, oder bis es am internen Anschlag sitzt, der in den meisten Köpfen eingeformt ist (dieser Anschlag hält den Faden tatsächlich fest, nicht die Reibung an den Ösenwänden).
- Für die zweite Öse mit dem zweiten Fadenstück wiederholen und darauf achten, dass beide Fäden auf die gleiche Weise sitzen.
- Prüfen, ob beide Seiten gleich lang sind. Den Kopf hochhalten und der Länge nach anpeilen - beide Fadenenden sollten ungefähr gleich weit herausragen. Ist eine Seite sichtbar länger, sie zurückziehen und neu ansetzen.
- Den Kopf wieder am Schaft anbringen, dabei die übliche Befestigungsreihenfolge deiner Maschine beachten, dann beide Fadenenden mit der eingebauten Fadenlängen-Führung (falls vorhanden) oder nach Augenmaß gegeneinander auf gleiche Länge kürzen.
- Kurz im Leerlauf laufen lassen, bevor du richtig mähst, und dabei auf übermäßiges Wackeln im Schaft achten - eine leichte Kopfvibration ist normal, ein deutliches Brummen bedeutet meist, dass die beiden Längen noch nicht übereinstimmen.
Die richtigen Längen finden
| Kopfgröße (ungefähre Schnittbreite) | Typischer Fadendurchmesser | Länge pro Seite |
|---|---|---|
| Klein, für den Hausgebrauch (23-30 cm) | 2,0-2,4 mm | 15-20 cm |
| Standard-Hausgebrauch (30-38 cm) | 2,4-2,7 mm | 20-25 cm |
| Schwerere Halbprofi-Geräte (38-45 cm) | 3,0-3,5 mm | 25-30 cm |
Verstehe das als Ausgangswerte, nicht als feste Vorgaben - prüfe immer die Angaben am Kopfgehäuse oder in deinem Handbuch, da Hersteller Ösengröße und Position des internen Anschlags selbst bei ähnlicher Schnittbreite unterschiedlich auslegen.
Knoten: besser meist vermeiden
Die meisten Festfaden-Ösen setzen auf einen kleinen inneren Steg oder Anschlag im Kopf zusammen mit der Eigensteifigkeit des Fadens unter Fliehkraft - nicht auf einen Knoten. Einen Knoten zu machen, “damit er sicher hält”, ist einer der häufigsten Fehler bei dieser Kopfart, und er geht meist nach hinten los:
- Ein Knoten ist dicker als der Faden davor und danach, sodass er auf halbem Weg durch die Öse klemmen kann, statt sauber am internen Anschlag zu sitzen.
- Der Knoten selbst ist eine Belastungsstelle - der Faden reißt fast immer zuerst am Knoten, sodass du genau dort Länge verlierst, wo du es nicht willst.
- Manche günstigeren Nachbau-Köpfe sind mit einer echten Knoten-Aufnahme statt einem internen Anschlag geformt. Falls deiner dazugehört (achte auf einen sichtbar breiteren Schlitz an der Ösenöffnung), ist ein einfacher Überhandknoten richtig - das ist aber die Ausnahme, nicht die Regel, also erst prüfen, bevor du einen Knoten für nötig hältst.
Häufige Klemmprobleme und schnelle Lösungen
- Faden lässt sich gar nicht durch die Öse führen - meist ein ausgefranstes Schnittende, das an der Innenlippe der Öse hängen bleibt, oder ein Fadendurchmesser, der für diesen Kopf leicht zu groß ist. Das Ende gerade nachschneiden und noch einmal versuchen, bevor du von einer defekten Öse ausgehst.
- Faden sitzt, zieht sich aber unter Last sofort wieder heraus - der interne Anschlag greift nicht, oft weil das eingefädelte Stück zu kurz war, um ihn zu erreichen. Mit einer längeren Arbeitslänge neu einfädeln.
- Faden fliegt mitten beim Mähen heraus - auf eine gerissene oder verschlissene Ösenkante prüfen (mit dem Fingernagel den Innenrand abtasten), da der Faden dann an einem Anschlag vorbeirutschen kann, der ihn sonst problemlos halten würde.
- Eine Seite hält immer länger als die andere - so gut wie immer ein Längenunterschied vom ursprünglichen Einfädeln, kein ungleicher Verschleiß; beide Seiten neu und passend zuschneiden, statt immer wieder nur die längere zu kürzen.
Wann du zum Händler solltest
Einen Festfadenkopf einzufädeln ist eine Sache von fünf Minuten mit nichts weiter als Seitenschneider und Maßband, und es gibt wirklich keinen Grund, dafür jemanden zu bezahlen. Der einzige Fall, in dem das zur Sache für den Händler wird, ist wenn die Öse selbst gerissen, ausgeleiert ist oder sich vom Kopfgehäuse gelöst hat - geformte Kunststoffösen werden nicht repariert, sondern im Rahmen eines neuen Kopf-Sets ersetzt. Da Festfadenköpfe günstig sind, ist eine gerissene Öse ein simpler Austausch statt etwas, wofür sich die Suche nach einem Ersatzteil lohnt.